Naturidentische Hormone – Phytohormone

Die Hormontherapie nimmt einen immer wichtiger werdenden Platz
im therapeutischen Gesamtkonzept meiner Praxis ein. Sowohl die typischen
Wechseljahres-Beschwerden beider Geschlechter als auch der Prophylaxe-Gedanke im
Hinblick auf Good Aging, also sinnvolle Krankheitsvorbeugung in der zweiten Lebenshälfte
sind hierfür die Grundmotivation.

Ob Beschwerden in den Wechseljahren, Lustlosigkeit oder Gedächtnisschwäche,  Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Osteoporose, Nachlassen der Muskelkraft – jenseits der 40 ist ein Hormonmangel oft die Ursache für mangelnde Lebensqualität und ernsthafte Erkrankungen. Denn die Aktivität der Hormondrüsen lässt in der zweiten Lebenshälfte langsam nach. Ein physiologischer Hormonersatz kann sich lohnen – für Frauen, aber auch für Männer.

 

Persönliche Hormon-Medizin

Individuelle Rezepturen aus natürlichen Hormonen bieten einen neuen Weg, die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen.  Besonders bei den Frauen ist der Ausgleich der hormonellen Defizite, wie er in den sog. Wechseljahren entsteht, ja schon lange eine allgemein eingeführte Methode. Es fällt aber auf, dass man in der letzten Zeit wesentlich mehr schlechte Nachrichten zu diesem Therapiekonzept hört, als  man über Erfolge lesen kann. Es scheint so, dass die "Hormon - Ersatz - Therapie" (HET, englisch HRT) bei Frauen wegen schwerwiegender Spätschäden und wohl auch mangelhafter therapeutischer Wirkung in einer Krise steckt.

 

Im Gegensatz zu den wohl eher zweifelhaften Erfahrungen in der Anwendung einer Hormontherapie bei Frauen, wurde von einigen Ärzten mit Pioniergeist und Mut ein alternatives Konzept für Frauen entwickelt, welches auf die Verwendung von naturidentischen Hormonen aufgebaut ist und sich damit grundsätzlich - auch was Nebenwirkungen und Langzeitschäden betrifft - unterscheidet. Sie können im Internet unter der Rubrik „naturidentische Hormone“ ein grosses Literaturangebot finden. 

 

Für Männer ist diese Methode ebenfalls von grossem Wert. Dr. med. Volker Rimkus, ein deutscher Gynäkologe, hat ein Konzept für den alternden Mann entwickelt, welches sich in den letzten Jahren unter Verwendung von natürlichem Östradiol und/oder Progesteron ganz hervorragend bewährt hat. Wie alles Neue, steht es natürlich auch im Kreuzfeuer einer heftigen Kritik. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass sich diese Methode wegen ihrer – bei richtiger Anwendung nebenwirkungsfreien -  Erfolge gegen alle Zweifel durchsetzen wird. Es wäre wünschenswert, wenn sich Forscher in den endokrinologischen Zentren bald dazu durchringen könnten, uns hilfreich zur Seite zu stehen. Sicher gibt es da noch einiges zu verbessern, was aber mit den beschränkten Möglichkeiten einer niedergelassenen Praxis nicht zu verwirklichen ist. Nur, so, wie das Therapiekonzept im Augenblick angewandt wird, hat es sich bereits so hervorragend bewährt, dass kaum noch Wünsche offen zu sein scheinen.

 

Das praktische Vorgehen:

  1. Anamnese mit der Erhebung der Vorgeschichte und der gegenwärtigen Beschwerden
  2. Hormonanalyse im Blut
  3. Therapieplan
  4. Überprüfung der Therapie anhand des Befindens
  5. Nach 6-9 Monaten Laborkontrolle und eventuelle Anpassung der Dosierungen

Neben den bekannten Substitutionen der Sexualhormone gibt es noch andere Hormone und hormonähnliche Substanzen, die auf natürlicher Basis gewonnen und „naturidentisch“ von grossem Nutzen sein können, u.a. das Melatonin, aber auch Schilddrüsenhormone, 5 Hydroxytryptophan (Serotoninvorstufe) etc. Diese Therapie wird ebenfalls nach Bedarf individuell durchgeführt.

 

Die Aufgaben der Östrogene

Eine Vielzahl wichtiger Funktionen und Prozesse im Körper kommen nur unter direkter oder indirekter Mitwirkung der Östrogene zustande:

Östrogen gilt zudem als das weibliche Schönheitshormon schlechthin - sowohl die Haut- als auch die Haarqualität ist eindeutig östrogengesteuert. Östrogene helfen der Haut, Flüssigkeiten zu speichern und regen die Erneuerung der obersten Hautschicht an. Die Haut gewinnt so eine prallere, festere und elastischere Erscheinung. Viele dieser aufgelisteten Funktionen haben auch beim Mann eine Wirkung.

 

Die Aufgaben des Progesterons

bestehen in erster Linie darin, die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Der Gelbkörper produziert so lange Progesteron, bis von der Gebärmutter die Meldung kommt “Nicht schwanger!”. Dann wird der Gelbkörper sozusagen vom Eierstock entsorgt und die Progesteron-Bildung stoppt.

Mangel an Gestagen- oder Gelbkörpermangel ist meistens das erste Anzeichen für die beginnenden Wechseljahre. Der Progesteronspiegel fällt deutlich vor dem Abfall des Östrogenspiegels ab, meist unbemerkt, es kommt zunehmend zu negativen Wirkungen der sogenannten Östrogendominanz. Beim Mann kommt es im Prinzip zu einem ähnlichen Verlauf des Hormonabfalls. Die physiologischen Spiegel fallen von tieferen Niveaus ab als bei der Frau.

 

Symptome des Östrogenmangels

Symptome des Progesteronmangels

Symptome des Melatoninmangels

Dies sind nur einige wichtige Hormonmangelsymptome. Es gibt auf einigen Websites unterschiedliche Diagnoselisten. Auf dieser wird ebenfalls später eine Hormonmangel-Diagnoseliste aufgebaut. Damit können sich Patienten/innen selbst Aufschluss über ihren hormonellen Zustand verschaffen. Die Diagnostik bleibt dann der Laboranalyse vorbehalten.