Krebs - Komplementärmedizinische Therapie

Die Behandlungsstrategien für Krebs sind heute fest schulmedizinisch
etabliert und entwickeln sich stürmisch voran. Kennzeichen der meisten
Therapieschemata mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie ist die hohe
Nebenwirkungsrate und die schlechte Verträglichkeit der meisten Therapieformen. So suchen
viele Patienten noch vor, spätestens aber nach der Operation komplementärmedizinischen Rat und
Hilfe bei anderen, ergänzenden oder alternativen Konzepten.

Durch die Erprobung zahlreicher komplementärmedizinischer Therapieverfahren hat sich in den letzten Jahren in meiner Praxis ein individuelles Konzept für die ergänzende oder alleinige Krebsbehandlung geformt. Wie bei der konventionellen schulmedizinischen Behandlung gilt auch hier das „je früher desto aussichtsreicher“.

Die einzelnen Pfeiler dieses Therapiekonzepts sind:

 

Die Behandlungsstrategie richtet sich nach der individuellen Situation des Patienten und seiner Krankheit. Zeitpunkt und Dosierung der jeweiligen Therapiemodule werden bestimmt durch eine eventuelle – und in der Regel auch extern durchgeführte - schulmedizinische Basistherapie. Angestrebt wird eine homöopathische Behandlung am besten schon vor der Operation, durch die eine möglichst radikale Tumorentfernung anzustreben ist.

Sollten nach der Operation Chemotherapie oder Bestrahlung zum Einsatz kommen, wird eine homöopathische und/oder phytotherapeutische Begleitmedikation eingesetzt, die in erster Linie der Behandlung der Nebenwirkungen der konventionellen Behandlung, der Verbesserung des Immunsystems und der möglichst weitgehenden Reduzierung chemischer Arzneimittel dient.

Sollte keine Chemotherapie/Bestrahlung eingesetzt oder gewünscht werden, spätestens aber nach Abschluss dieser eingreifenden Behandlungen wird in sinnvoller zeitlicher Staffelung das komplette Therapieschema aufgebaut mit dem Ziel, das Gesamtsystem des Patienten zu stabilisieren und in die Lage zu versetzen, die Krankheit mit den Waffen des eigenen Immunsystems zu schlagen. Dieses Behandlungskonzept ist umso wirkungsvoller, wenn gleichzeitig tief greifende Änderungen im allgemeinen Lebensumfeld und in der Lebensführung durchgeführt werden können.

 

Die einzelnen Therapiemodule haben folgende Funktion im therapeutischen Gesamtzusammenhang:

Klassische Homöopathie

Mit der klassischen Einzelmittelhomöopathie und der Verwendung des Simile, des ähnlichsten Mittels, wird die Konstitution (Konstitutionsmittel) und damit das Abwehrsystem gezielt angesprochen und gestärkt. Dies ist in jeder Phase dieses Konzeptes unverzichtbare Basistherapie. Angestrebt werden hohe Potenzen in seltenen Gaben oder Dauergaben von Q-Potenzen (siehe Artikel „Homöopathie“)

 

Homöopathische Krebsbehandlung nach Ramakrishnan

Der  indische Arzt Ramakrishnan hat in seiner Klinik mit einer enormen Vielzahl von Patienten eine Variante der klassischen Homöopathie speziell für die Krebsbehandlung entwickelt, die vor allem auch tumorspezifische Eigenarten der Homöopathika sowie die so genannten Krebsnosoden (homöopathische Mittel, die aus Krebsgewebe gewonnen und hergestellt wurden) in die Behandlung mit einbezieht. Hier erfolgt eher eine schematische Verordnung nach der Bestimmung der individuell passenden Mittel für Tumor und Patient.

 

Mikroimmuntherapie

Auch die Mikroimmuntherapie ist eine neue Variante der Homöopathie. Sie verwendet eine besondere Art von Nosoden als schematisch einzunehmende Langzeitbehandlung. Dieses Nosoden werden hergestellt (durch die homöopathische Verdünnung und Verschüttelung) aus den erst seit wenigen Jahren in der medizinischen Wissenschaft entdeckten Zytokinen, also Botenstoffen des Immunsystems. Tumornekrosefaktor, Interferon, Interleukin etc sind einige der verwendeten Ausgangsstoffe. Mit dieser Strategie soll primär das Immunsystem in die Lage versetzt werden, den Tumor direkt zu bekämpfen. 

 

Misteltherapie (Iscador etc)

Die Misteltherapie wurde von der anthroposophischen Medizin entwickelt, sie ist seit Jahrzehnten in der Krebsbehandlung im Einsatz und wird von der Wissenschaft zu Unrecht der Unwirksamkeit bezichtigt: Viele Patienten lassen sich erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf diese Injektionstherapie ein, die durch die regelmäßigen Injektionen auch eine gewisse Überwindung und einen erheblichen Aufwand erfordert. Sie wird ergänzend auf Wunsch der Patienten nach den erprobten anthroposophischen Dosierungsstandards eingesetzt.

 

Phytotherapie

Bei der ursprünglich zur Malariabehandlung benutzten Arzneipflanze Artemisia wurden bei wissenschaftlichen Forschungen im Labor eindeutig Wirkungen gegen Krebszellen und Tumoren nachgewiesen. Seitdem wird Artemisia als Tee zur Basisbehandlung einer Krebserkrankung, aber auch zur Vorbeugung, tum Beispiel bei bekannter familiärer Belastung eingesetzt.

Ebenso werden andere Phytotherapeutika, bei denen eine Wirkung auf Krebszellen bekannt ist oder vermutet wird, in verschiedenen individuell angepassten Rezeptierungen und Mischungen verwendet: Glechoma hederacea, Viscum album (Mistel, s.o.), Viola odorata, Ruta graveolens, Gallium aparine,  werden zusammen mit den auf die jeweiligen Organe wirkenden Pflanzenextrakten angewandt.

 

MCP (Expecting)

Modifiziertes Zitruspektin MCP ist als Nahrungsergänzungsmittel bekannt. Amerikanische Wissenschaftler fanden im Tierexperiment heraus, dass MCP bei einigen Tumoren (Prostata, Mamma) die Metastasenbildung verringern konnte. Zurzeit laufen in Europa einige klinische Phase II Studien (vor allem durch die Stiftung Sokrates), in denen die Wirkung bei Tumoren des Menschen untersucht wird. Durch die Teilnahme an diesen Studien erhalten wir dieses völlig nebenwirkungsfreie Mittel derzeit kostenlos. Über 30 Patienten haben schon an einer solchen Studie teilgenommen, der Eindruck davon ist bis jetzt positiv, die Langzeitauswertungen stehen aber noch aus. MCP ist in den letzten beiden Jahren ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes der komplementärmedizinischen Krebsbehandlung geworden.

 

Weitere Therapiebausteine werden immer wieder erprobt, und, sobald sie aussichtsreich erscheinen, den betroffenen Patienten angeboten.